Montag, 7 Uhr, Sanierung einer Schule in den Sommerferien. Sechs Trockenbauer stehen am Container, zwei von ihnen sprechen Deutsch. Der Polier liest die Baustellenordnung vor, der Vorarbeiter übersetzt in Stichworten, und der Zettel mit den Unterschriften wandert in den Ordner.
Drei Wochen später fragt der Sicherheitskoordinator nach dem Nachweis für einen Monteur, der seit Freitag auf einer anderen Baustelle arbeitet. Der Ordner liegt im Container, der Zettel ist da. Ob der Mann verstanden hat, was er unterschrieben hat, weiß niemand.
Die BAUSTELLENCARD ist die Zutrittskontrolle für Baustellen aus Ausweis, Software und Terminal. Darin legen Sie die Unterweisung einmal an und spielen sie auf dem Tablet in der Sprache der Kolonne aus.
Was der Gesetzgeber von der Unterweisung verlangt
Der Arbeitgeber muss seine Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit unterweisen, vor der Aufnahme der Tätigkeit und bei Veränderungen (§ 12 ArbSchG). Die Unfallversicherungsträger verlangen die Unterweisung in verständlicher Form und Sprache, mindestens einmal jährlich, und sie muss dokumentiert sein (DGUV Vorschrift 1, § 4).
Eine Unterweisung, die die Hälfte der Kolonne nicht versteht, erfüllt diese Anforderung nicht. Und ein Zettel im Ordner ist ein schwacher Nachweis, sobald die Person das Projekt verlassen hat.
Eigene Inhalte in bis zu 27 Sprachen
In der BAUSTELLENCARD legen Sie die Inhalte selbst an: die Baustellenordnung, die Punkte für das Gerüst, die Regeln für den Kran. Dokumente und Unterweisungen legen Sie in bis zu 27 Sprachen an, und jede Kolonne liest dieselben Punkte.
Die Kolonne geht die Punkte am Smartphone oder Tablet durch, jeder in seiner Sprache. Wer eine Frage hat, schreibt sie als Freitext dazu. Die Unterweisung braucht keinen Dolmetscher und keinen Ausdruck vom Bauzaun.
Bestätigung und Unterschrift bleiben an der Person
Jede Person bestätigt per Checkbox und unterschreibt auf dem Gerät. Die Bestätigung bleibt am Datensatz der Person gespeichert, mit Datum. Die Speicherung folgt der DSGVO.
Fragt der Sicherheitskoordinator, die Berufsgenossenschaft oder der Zoll nach dem Nachweis, öffnen Sie den Datensatz. Der Zollbericht bündelt die Unterweisungen mit Firmen und Anwesenheiten, wenn die Prüfer alles auf einmal sehen wollen.
Wie eng die Unterweisung am Tor hängt, entscheiden Sie
Die Unterweisung ist ein Baustein der Zutrittskontrolle. Ob eine Kolonne ohne bestätigte Unterweisung durch das Tor darf, legen Sie in Ihrem Sicherheitskonzept fest. Viele Projekte lassen erst nach der Bestätigung auf das Gelände.
Besucher gehen denselben Weg. Der Fachplaner, der zur Begehung kommt, bestätigt die Punkte am Tablet im Container, bevor er das Gerüst betritt.
Aus der Praxis
Montag, 7:10 Uhr, dieselbe Schule. Der Polier ruft die Unterweisung auf dem Tablet auf und stellt die Sprache auf Rumänisch. Jeder der sechs Trockenbauer liest die Punkte zu Staub, Absturzkanten und Fluchtwegen, hakt ab und unterschreibt. Um 7:25 Uhr bucht die Kolonne am Terminal ein. Als der Sicherheitskoordinator drei Wochen später fragt, öffnet die Bauleitung den Datensatz des Monteurs und zeigt Bestätigung, Datum und Unterschrift.
Was Sie mitnehmen
Eine Unterweisung zählt erst, wenn die Kolonne sie versteht und der Nachweis später auffindbar ist. Mit eigenen Inhalten in bis zu 27 Sprachen und der Bestätigung auf dem Gerät erledigen Sie beides am ersten Tag. Wie Sie Inhalte anlegen und wo die Unterschrift bleibt, erklärt die Seite Digitale Sicherheitsunterweisung.